Pooley und Odeyn triumphieren

Emma Pooley, die seit 2005 in Hausen am Albis im Kanton Zürich wohnhaft ist, und der Belgier Seppe Odeyn gewinnen am Sonntag beim 28. Powerman Zofingen die 2016 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships. Pooley schafft damit ein Novum: Sie gewinnt den WM-Titel zum dritten Mal in Serie. Odeyn verbesserte sich in den letzten drei Jahren am Powerman Zofingen immer und ist nun zuoberst auf dem Podest. Dieses Jahr gab es keine neuen Streckenrekorde. Bei den Frauen schafften es Emma Pooley/GBR (1.), Nina Brenn/CH (2.) und Susanne Svendsen/DEN (3.) aufs Podest, bei den Männern Seppe Odeyn/BEL (1.), Felix Köhler/GER (2.) und Søren Bystrup/DEN (3.). Über das ganze Powerman Zofingen-Wochenende gesehen nahmen rund 1‘400 Athletinnen und Athleten am 28. Powerman Zofingen teil, also exakt gleich viele wie im Vorjahr.

«Ich gönne mir bald Wanderferien in den Pyrenäen, zuvor heute Abend ein Glas Rotwein und Schweizer Käse», gab Emma Pooley preis, wie sie sich selbst für ihren dritten WM-Titel in Serie belohnt. Diesen neuen Rekord hätte auch Gaël Le Bellec schaffen können, doch der Franzose musste wegen einer Achillessehnen-Entzündung wenige Tage vor dem 28. Powerman Zofingen forfait geben. Die Britin setzte sich auf der Radstrecke entscheidend von ihrer Konkurrenz ab und hatte teilweise einen Vorsprung von bis zu 20 Minuten auf ihre erste Verfolgerin Nina Brenn. «Ich konnte mir ausrechnen, wie gross mein Vorsprung auf den abschliessenden 30 Laufkilometern ungefähr war. Am Schluss musste ich ein wenig laufen, sonst wäre ich umgefallen. Dass ich nun zum dritten Mal in Serie hier gewinnen konnte ist unglaublich.» 11 Minuten Vorsprung blieben Pooley im Ziel.

Lernstunde für Konkurrenz

Überglücklich über ihre erste WM-Medaille war Nina Brenn. «Ich hatte mein Rennen gut eingeteilt und habe gefinisht, was mein primäres Ziel war.» Und dass es am Schluss Silber geworden sei, sei umso schöner. «Als Emma Pooley zu Beginn der Radstrecke angriff, war ich tief beeindruckt und weiss nun, was ich fürs nächste Jahr zu tun habe», so die Bündnerin. Platz 3 ging an die Dänin Susanne Svendsen, die im Ziel überglücklich war und keinen Ton von sich brachte. Svendsen profitierte auch davon, dass die lange Zeit auf Platz 3 liegende Martina Krähenbühl nicht im Ziel aufkam. Leider musste die Schweizerin einmal mehr wenige Kilometer vor dem Ziel entkräftet aufgeben.

Bescheidener Odeyn

Nach der Aera Vansteelant/Woestenborgh schaffte es mit Seppe Odeyn wieder ein Belgier zuoberst aufs Podest. «Ich will ganz einfach unter die Top-20 kommen», meinte er noch vor dem Start. «Für mich war es ein perfektes Rennen, ein herrlicher Tag», sagte er dann im Ziel als neuer Weltmeister. Zusammen mit dem Deutschen Felix Köhler bestimmte Odeyn über weite Strecken das Rennen. Am Schluss lag der Belgier 5 Minuten vor dem Deutschen. Platz 3 ging einmal mehr an den Dänen Søren Bystrup. Bester Schweizer wurde auf Platz 6 der zweifache Powerman Zofingen-Sieger Andy Sutz.

Lob von höchster Stelle

Hocherfreut nach einem erfolgreichen Powerman Zofingen war John Raadschelders, der Präsident der IPA (International Powerman Association). «Das waren die besten Weltmeisterschaften aller Zeit!» Sehr zufrieden zeigte sich auch OK-Präsident Stefan Ruf. «Mit teilnehmern aus 38 Nationen gab es einen neuen Rekord und mit Nina Brenn gab es die erhoffte Schweizer Medaille.» Insgesamt nahmen 1‘400 Leute am Powerman Zofingen-Wochenende teil, exakt gleich viele wie im letzten Jahr. «Sehr erfreulich war die Beteiligung an der Powerman CHARITY mit rund 200 Leuten, also doppelt so vielen wie im letzten Jahr», so Ruf. Ein Strahlen im Gesicht hatte auch Martin Knoblauch, der Geschäftsführer der Schweizerischen Muskelgesellschaft. «Zusammen mit dem Geld der Jumbo Markt AG werden wir einen Check von über 50‘000 Franken in Empfang nehmen können.» Am 5-Kilometer-Lauf der Powerman CHARITY nahmen auch viele Promis teil, so der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann, der Zofinger Stadtpräsident Hans-Ruedi Hottiger, der aarburger Kickboxer, Regisseur und Schauspieler Kazim Carman und erstmals auch die Küngoldingerin Natascha Badmann. «Ich konnte hier in Zofingen so viel positive Energie tanken, dass ich meiner Abschiedsvorstellung am 10. Oktober in Kona sehr zuversichtlich entgegenblicken kann», meinte die sechsfache Ironman Hawaii-Siegerin und jetzige Powerman Zofingen-Botschafterin.

28. Powerman Zofingen, 2016 Zofingen ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships (10 km Laufen/150 km Velofahren/30 km Laufen)

Männer/men:
1. Seppe Odeyn (BEL) 6:23.43. 2. Felix Köhler (GER) 6:28.55. 3. Søren Bystrup (DEN) 6:33.48. 4. Pablo Martin Lopez (ESP) 6:37.14. 5.Maxim Kuzmin (RUS) 6:39.17. 6. Andy Sutz (SUI) 6:44.33. 7. Thomas Bruins (NED) 6:49.43. 8. Rolf Wermelinger (SUI) 6:51.32. 9. Ueli Bieler (SUI) 6:53.24. 10. Marc Widmer (SUI) 6:54.48. 11. Laurent Martinou (FRA) 6:55.38. 12. Sören Otten (GER) 6:59.18. 13. Mario Repes Valganon (ESP) 7:01.44. 14. Jan Meysmans (BEL) 7:04.18. 15. Tibor Gijssen (NED) 7:06.15. 16. Pierluigi Senor (ITA) 7:07.20. 17. Diederik Derijcke (BEL) 7:07.51. 18. Rui Narigueta (POR) 7:09.23. 19. Sebastian Retzlaff (GER) 7:09.34. 20. Chris Roxburgh (GBR) 7:09.38.

Frauen/women:
1. Emma Pooley (GBR) 7:06.16. 2. Nina Brenn (SUI) 7:17.17. 3. Susanne Svendsen (DEN) 7:31.42. 4. Kathrin Götz (SUI) 7:35.33. 5. Miriam Van Reijen (NED) 7:48.36. 6. Melina N Olsen (DEN 7:49.59. 7. Katrin Esefeld (GER) 7:50.25. 8. Monique Grossrieder (SUI) 7:53.28. 9. Annette Corydon (DEN) 8:10.14. 10. Pia Embrunman Nielsen (DEN) 8:32.40. 11. Manuela Knispel (USA) 8:39.41. 12. Rosalind Davies (GBR) 8:40.29. 13. Airi Sawada (JPN) 8:41.31. 14. Marion Gollnick (GER) 8:44.28 15. Karin Kerschensteiner (GER) 8:52.47.

Short Distance, (10 Km running, 50 Km cycling, 5 Km running)

Männer/men:
1. Max Studer (SUI/Kestenholz) 2:12.03. 2. Valtentin Fridelance (SUI/St-Barthélemy) 2:16.28. 3. Andreas Kälin (SUI/Wollerau) 2:17.03.

Frauen/women:
1. Melanie Maurer (SUI/Bern) 2:28.08. 2. Larissa Brühwiler (SUI/Dussnang) 2:34.57. 3. Linda Achtel (SUI/Erlinsbach) 2:34.57.

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Bildlegende:
1.) Die Britin Emma Pooley gewinnt die 2016 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships, verteidigt damit ihren Titel und gewinnt als erste Athletin die WM dreimal in Serie.

2.) Der Belgier Seppe Odeyn gewinnt die 2016 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships zum ersten Mal.

3.) Das WM-Frauen-Podest, v.l.: Nina Brenn (2.), Emma Pooley (1.), Susanne Svendsen (3.).

4.) Das WM-Männer-Podest, v.l.: Søren Bystrup (2.), Seppe Odeyn (1.), Felix Köhler (3.).

Text: Raphael Galliker

Fotos: Fotoclub Blende 8.5 Zofingen und Raphael Galliker

Mehr Bilder vom 1. Wettkampftag findet man auf:

https://www.flickr.com/photos/powerman-zofingen/albums/72157670172994763

Mehr Bilder vom 2. Wettkampftag findet man auf:

https://www.flickr.com/photos/powerman-zofingen/sets/72157673299969196/