Melanie Burke und Joerie Vansteelant triumphieren

winners in Zofingen 2011, Melanie Burke and Joerie Vansteelant

23. Powerman Duathlon World Championships Zofingen

Die Gewinner des 23. Powerman Zofingen sind die Neuseeländerin Melanie Burke und der Belgier Joerie Vansteelant. Der unbestrittene Star der nach einem zwölfjährigen Unterbruch in Zofingen wieder ausgetragenen ITU (International Triathlon Union) Powerman Long Distance Duathlon World Championships ist Vansteelant. Der 29-jährige Belgier verbesserte seinen im Jahre 2009 aufgestellten Streckenrekord diesmal mit der Fabelzeit von 6:07.15,3 nochmals um 4 Minuten und 20 Sekunden. Aus Schweizer Sicht setzte Andy Sutz mit seinem dritten Platz das Highlight. Der diesjährige Powerman Zofingen brachte bei der Beteiligung erneut einen Aufwärtstrend. An den beiden Tagen wurden 1‘300 Athletinnen und Athleten gezählt, so viele wie seit 2000 nicht mehr.

Powerman World Ranking 2010/2011

Der 23. Powerman Zofingen geht in die Geschichte ein. Nach zwölfjähriger Pause gaben die ITU (International Triathlon Union) Powerman Long Distance Duathlon World Championships ein Comeback. Generell gab es in den letzten neun Jahren keine gemeinsame WM der beiden Verbände ITU und IPA (International Powerman Association) mehr.

Dies bei idealsten Bedingungen (20 Grad, bedeckt, am Schluss nur leichter Regen, nach dem Einlauf der Top-20 heftiger Regen) für die Athletinnen und Athleten. Wie wenn die Athletinnen und Athleten diese Wetterentwicklung gespürt hätten, gaben sie nach den ersten 10 Lauf-Kilometern auf dem Rad Vollgas. So sehr, dass die meisten Cracks im Verlaufe des Rennens noch dafür büssen mussten.

Vansteelants Rennen des Lebens
Zu Beginn der 150 Kilometer langen Radstrecke verschärfte Joerie Vansteelant das Tempo derart, dass sein Vorsprung auf die Konkurrenz schlagartig grösser wurde. «Ich gab dabei so viel Gas, dass ich gegen Ende des Rennens von überall her aus meinem Körper die letzte Energie herausholen musste.»

Obwohl Vansteelant vor den abschliessenden 30 Laufkilometern einen Vorsprung von zehn Minuten auf seinen bisherigen Streckenrekord hatte, dachte der Belgier noch nicht an eine neue Fabelzeit. «Mir ging es vielmehr darum, mit letzten Kräften noch das Ziel zu erreichen.»

Umso grösser war die Erlösung dann nach der Ziellinie, wo er nicht nur von OK-Präsident Stefan Ruf, sondern auch von seiner Frau und seinem am 16. Mai dieses Jahres geborenen Sohn Niels empfangen wurde. «Ich war in einem Langdistanzrennen noch nie zuvor so schnell wie hier in Zofingen, lieferte also das Rennen meines Lebens.»

Mit 6:07.15,3 war Vansteelant dieses Jahr um 4 Minuten 20 Sekunden schneller als bei seinem Streckenrekord vor zwei Jahren. Über 9 Minuten zurück sicherte sich der Franzose Thibaut Humbert Platz 2, weitere eineinhalb Minuten dahinter folgt der Schweizer Andy Sutz. Der Schaffhauser konnte die Tradition der Schweizer Siege bei ITU-WMs aus den Jahren 1997 bis 1999 (Urs Dellsperger und Olivier Bernhard) nicht aufrecht erhalten.

«Auf dem Rad düste Vansteelant unwiderstehlich davon und das Rennen um Platz 2 verlor ich zu Beginn der zweiten Laufstrecke, als ich einen Toilettenstopp einlegen musste und so die vorentscheidenden 20 Sekunden auf Thibaut Humbert verlor.»

Geschlagene Csomor
Bei den Frauen, wo die schwangere Weltranglisten-Erste Camilla Lindholm (Schweden) fehlte, gab es keinen neuen Streckenrekord. Karin Thürig, die für das Schweizer Sportfernsehen als Co-Kommentatorin agierte, behält diesen aus dem Jahre 2002 mit 7:04.08. Siegerin Melanie Burke aus Neuseeland war in 7:11.43,6 gut drei Minuten schneller als die Schwedin Eva Nyström total elf Minuten schneller als Erika Csomor. Wie bei den Männern sorgte auch Burke bei den Frauen für die Vorentscheidung zu Beginn der Radstrecke.

«Ich hatte aber Angst, dass ich am Schluss noch eingeholt werden könnte und war mir des Sieges erst zwei Kilometer vor dem Ziel sicher.» Während Burke und Csomor wegen Muskelbeschwerden in den Beinen Mühe hatten, das Siegerpodest zu besteigen, schaffte dies Nyström relativ locker. Csomor, die in Zofingen zuletzt siebenmal in Serie gewonnen hatte, wusste im Ziel bald einmal, warum sie in Zofingen nicht zum achten Mal triumphieren konnte.

«Ich habe dieses Jahr zu viele Rennen bestritten, nehme aber im nächsten Jahr einen neuen Anlauf um zu meinem achten Erfolg hier in Zofingen zu kommen», machte die 37-jährige Ungarin klar, dass sie nun nicht zurücktreten wird.

Durchzogene Schweizer Bilanz
Nebst Andy Sutz auf Platz 3 brachten die Schweizer Männer mit Beat Ritter aus Pontresina (Platz 4) und Marc Widmer aus St.Gallen (Platz 9) zwei weitere Leute unter die Top-Ten. Während der 32-jährige Zofinger Lukas Baumann Rang 20 erreichte, musste sein in Muhen wohnhafter Bruder Jonas, der am 2. September seinen 30. Geburtstag feiern konnte, das Rennen nach 15 Kilometern auf der finalen Laufstrecke aufgeben, da ihm sein Power in den Beinen ausging.

Bei den Frauen schafften es gleich vier Schweizerinnen in die Top-Ten: Karin Gerber aus Bern (Rang 6), Tanya Diem aus Saillon (Rang 7), Jacqueline Uebelhart aus Aarwangen (Rang 8) und Maja Jacober aus Ossingen (Rang 10). Eigentlich wäre mit Martina Krähenbühl noch eine weitere Schweizerin dazugekommen, doch die Münsingerin wurde auf der ersten Laufstrecke von einer Biene gestochen und gab auf der letzten Laufstrecke dann auf.

1‘300 Teilnehmer
Bei den Teilnehmern konnte der Aufwärtstrend der letzten Jahre erneut aufrecht erhalten werden, wenn auch nur knapp. In den Kategorie PowerKids (2011: 144; 2010: 243), PowerYouth (13; 12), Charity (100; 210), Short (534; 423, davon 147; 138 Staffelathleten) und Long Distance (441; 405, inklusive 63; 69 Staffelathleten) total 1‘295 (1‘293) Teilnehmer. Bereits vor zwei Jahr konnte die Marke von 1‘000 Teilnehmer geknackt werden, so viele wie seit 2001 nicht mehr und im letzten Jahr hatte es also total zwei Teilnehmer weniger.

«Mit dieser Teilnehmerzahl bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich mit einer gleichen CHARITY-Präsenz wie im letzten Jahr mit total 1‘400 Teilnehmern geliebäugelt hatte», so OK-Präsident Stefan Ruf, der gleichzeitig klar macht, dass in Zukunft im Athletenmarketing in allen Belangen noch einmal mehr Anstrengungen vorgenommen werden.

Dank der Austragung der ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships hatte Ruf insgeheim mit einer Steigerung der Teilnehmerzahlen von 10 bis 15 Prozent erhofft. Über die Lang- und Kurzdistanz konnten diese Erwartungen sogar übertroffen werden.

«Es gab also sozusagen eine Verlagerung auf die Lang- und Kurzdistanz, die merklich an Stellenwert gewonnen haben.» Dem OK-Präsidenten liegt aber nicht die Quantität, sondern in erster Linie die Qualität am Herzen. «Damit die Qualität noch überall stimmt, ist die maximale Obergrenze auf der Lang- und Kurzdistanz bei je 500 Teilnehmern anzusiedeln.»

FC Aarau in Zofingen
Den Auftakt zum 23. Powerman Zofingen-Wochenende machte am Samstag die Powerman CHARITY. Zusammen mit einem Dutzend Prominenten aus den Sparten Sport, Unterhaltung, Wirtschaft und Politik gingen 100 Leute an den Start über 5 Lauf- oder 30 Radkilometer. Schon alleine dank den Startgeldern kommt dem Internationalen Kinderhilfswerk «Right To Play» damit eine Summe von gut 5‘000 Franken zugute.

«Uns hat es allen mächtig Spass gemacht und weil es für einen guten Zweck ist, haben wir auch spontan zugesagt, als wir die kurzfristige Anfrage vom OK bekommen haben», meinte Sandro Burki, der Captain des FC Aarau, der gleich mit mehreren Teamkollegen die 5 Laufkilometer der Powerman CHARITY in Angriff nahm. «Wir hatten eigentlich ein freies Wochenende, weshalb schon einige Spieler Pläne hatten», so Burki, der sich gut vorstellen kann, den besuch an der Powerman CHARITY in Zukunft fix ins Jahresprogramm des FC Aarau aufzunehmen.

Nur lobende Worte fand auch Ex-Handball-Nationalspieler Carlos Lima, der nun den NLB-Klub BSV Stans trainiert. «Das ganze ist sehr professionell organisiert und geniesst in der Gesellschaft und in der Bevölkerung eine sehr hohe Akzeptanz.» Lima, der früher einmal vier Jahre lang in Olten gewohnt hatte, ist Botschafter der Laureus Stiftung und weiss, wie schwierig es ist, hunderte von Leuten zu finden, die für einen guten Zweck eine sportliche Leistung erbringen. «Die Laufstrecke war sehr abwechslungsreich und gefiel mir sehr gut, vor allem auch der Teil mit der Treppe, die es zu überwinden galt.» Wenn es sein Terminkalender zulässt, kommt Carlos nächstes Jahr wieder an die Powerman CHARITY.

Bereits zum zweiten Mal dabei war der ehemalige Rad-Crack Markus Zberg (Schweizer Strassenmeister 2000 und 2008), der seines Zeichens Right To Play-Athletenbotschafter ist. «Die Stimmung hier in Zofingen ist fantastisch, das Wetter ist erneut herrlich, alle sind mit sehr viel Herzblut dabei und man merkt, dass da eine Powerman-Familie am Werk ist punkto Organisation, kommt doch alles sehr sympathisch herüber.»

Mutterfreuden bei Pascal Bruderer
Eigentlich wollte sie bei der PowermanCHARITY selbst mitmachen, da sie aber anderen Pflichten entgegenschaut, übernahm sie bei der PowermanCHARITY den Part der Ehrenstarterin über die Laufstrecke. «In zwei Monaten werde ich Mutter», meinte SP-Nationalrätin Pascal Bruderer bevor sie den Startschuss betätigte und danach auch noch die Rennen der PowerKids und PowerYouth mitverfolgte.

«Mir hat der Besuch hier in Zofingen mächtig Spass gemacht und ich komme bestimmt wieder. Alleine schon das Lachen in den vielen Kindergesichtern war das Kommen wert. Zudem ist es erstaunlich, wieviele Helferinnen und Helfer mit ihren Fronstunden zum Gelingen eines herrlichen Anlasses beitragen.»

Und obwohl die National- und Ständeratswahlen am 23. Oktober anstehen, erschienen die prominenten Nationalrätinnen und Nationalräte Pascal Bruderer, Sylvia Flückiger und Walter Wobmann ohne Wahlpropaganda-Material an der PowermanCHARITY, denn für einmal stand der gute Zweck im Mittelpunkt.

Text: Raphael Galliker, Medienchef Powerman Zofingen

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23. Powerman Zofingen
Männer ( 10 km Laufen, 150 km Rad, 30 km Lauf)

1. Joerie Vansteelant (BEL) 6:07.15,3 *Neuer Streckenrekord
2. Thibaut Humbert (FRA) 6:16.58,3
3. Andy Sutz (SUI) 6:18.28,9
4. Beat Ritter (SUI) 6:26.46,8
5. Soren Bystrup (DEN) 6:27.17,5
6. Anthony Le Duey (FRA) 6:27.50,6
7. Matt Moorhouse (GBR) 6:29.48,7
8. Peter Bech (DEN) 6:30.15,1
9. Marc Widmer (SUI) 6:36.53,7
10. Stefan Wrzaczek (AUT) 6:37.27,6

Frauen (10 km Laufen, 150 km Rad, 30 km Lauf)
1. Melanie Burke (NZL) 7:11.43,6
2. Eva Nyström (SWE) 7:15.10,9
3. Erika Csomor (HUN) 7:22.42,2
4. May Kerstens (NED) 7:27.26,4
5. Ulrike Schwalbe (GER) 7:38.41,2
6. Karin Gerber (SUI) 7:39.44,7
7. Tanya Diem (SUI) 7:42.47,8
8. Jacqueline Uebelhart (SUI) 7:45.00,1
9. Katrin Esefeld (GER) 7:45.19,2
10. Maja Jacober (SUI) 7:51.12,6
 

Gesamtrangliste unter:
http://services.datasport.com/2011/tri/zofingen/