Maja Jacober hat den Powerman Zofingen über die Langdistanz schon elf Mal beendet. Die 38-jährige Zürcherin landete dabei immer in den Top-Ten, viermal sogar auf dem Podest. Bei ihrer Premiere im Jahre 1999 war sie sogar Zweite. Jacober ist damit bisher die einzige Frau im berühmten Jubilee Club, dem alle Athletinnen und Athleten angehören, die den Powerman Zofingen mindestens zehnmal über die Langdistanz gefinisht haben.
Der Powerman Zofingen ist Maja Jacobers Lieblingsrennen. «Eine grandiose Strecke, eine tolle Atmosphäre und DIE Herausforderung im Duathlon schlechthin!» Bisher startete die 38-jährige Zürcherin elfmal und kam immer ins Ziel, stets unter den Top-Ten. Bevor Jacober 1999 zu ihrem ersten Powerman Zofingen gestartet war, kannte sie die Thutstadt gar nicht. «Und nun ist Zofingen so etwas wie meine zweite Heimat geworden.» So richtig bewusst sei ihr dies im Mai dieses Jahres geworden, als sie beim Intervall-Duathlon an den Start ging. «Ich bin nach Zofingen gefahren und schon waren sie da, all die positiven Erinnerungen, die ich mit dem Powerman Zofingen verbinde. Mir läuft es jedes Mal kalt den Rücken hinunter, wenn ich die Autobahn Richtung Zofingen verlasse.»

Grosse Herausforderung
Für sie ist der Powerman Zofingen die Herausforderung schlechthin im Duathlon, sagt die Physiotherapeutin. «Als ich 1999 zum ersten Mal in Zofingen startete, wusste ich gar noch nicht, ob ich diese Distanzen überhaupt schaffen werde.» Sie sei zum Beispiel im Training mit dem Rennvelo nie weiter als 100 Kilometer gefahren. «Als ich dann nach einem kalten, verregneten Tag in die Powerman-Arena einlief, war ich einfach nur noch glücklich, diese Distanzen geschafft zu haben.» Wenn sie die Erschöpfung, die müden Beine und die Erholungszeit nach dem Wettkampf als Massstab nehme, dann sei der Powerman Zofingen definitiv der härteste Duathlon der Welt. «Andererseits geben mir die grandiose Streckenführung durch eine wunderschöne Landschaft und die einmalige Zofinger Atmosphäre jeweils auch sehr viel Kraft.» Zudem kämen ihr hügelige bis bergige Strecken eher entgegen als ganz flache Parcours.
Höhepunkte und Pannen
Am besten in Erinnerung blieb Jacober ihr Zofinger Debüt 1999, als sie als Greenhorn ihren ersten Langdistanzwettkampf meisterte und mit Rang 2 mit der Duathlon-Weltelite mithalten konnte. «Dann bleibt mir aber auch der Powerman 2005 in besonderer Erinnerung, als ich in der Powerman-Arena noch überspurtet wurde und damit Platz 3 verlor.» Pleiten, Pech und Pannen gab es einige für Jacober. «So verlor ich zum Beispiel anno 2004 bei heftigem Gewitterregen während des Wettkampfes die Luftpumpe sowie ein Polster der Armauflage des Aerolenkeraufsatzes. Das aerodynamische Weiterfahren wurde in der Folge zu einer ziemlich schmerzhaften Angelegenheit.»
Den «grössten Vogel» habe sie wohl im Jahre 2006 abgeschossen. «Nach dem verpassten Podium 2005 setzte ich mir damals ganz klar einen Podestplatz zum Ziel.» Leider erlitt Jacober aber im Sommer 2006 einen Ermüdungsbruch im Fuss und konnte die letzten sechs Wochen vor dem Powerman Zofingen kein Lauftraining absolvieren. Die Schmerzen im Fuss seien am Tag des Powerman nur noch gering und auch der Knochen sei soweit verheilt gewesen, dass er wieder belastungsstabil war. «Um wenigstens alle anderen Voraussetzungen zu optimieren, habe ich mir für den Radsplit eine Woche vor dem Powerman ein Scheibenrad ausgeliehen», schildert Jacober. Als sie spätabends vor dem Rennen das Scheibenrad pumpen wollte, passte leider das Winkelstück nicht. «Anstatt dass Luft in den Reifen ging, musste ich verzweifelt mit ansehen, wie immer mehr Luft aus dem Reifen entwich.» Dass die Nacht vor dem Wettkampf nicht gerade ruhig verlief, kann man sich ja vorstellen. «Ich setzte meine ganze Hoffnung in einen anderen Teilnehmer mit Scheibenrad und zehn Minuten vor dem Startschuss hatte auch mein Rennrad endlich einen aufgepumpten Hinterreifen.»
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Erste Frau im Jubilee-Club
Im Jahre 2008 wurde die in Ossingen/ZH wohnhafte Jacober nach zehn Finishes über die Langdistanz als erste Frau in den Jubilee-Club aufgenommen. «Das hat mich schon besonders gefreut, denn wer hätte das 1999 gedacht!» Die Zürcherin bekam bei der Siegerehrung einen goldenen Ehrenpin sowie ein spezielles zehnfach-Finisher-T-Shirt. Seither darf sie bei jedem Start in Zofingen als Jubilee Club-Mitglied eine besondere, gold-gelbe Startnummer tragen. Die bisher zwölf Mitglieder des Jubilee Clubs haben zudem beim Powerman Zofingen ein ewiges Startrecht und eine eigene Startnummer! Solange es den Powerman Zofingen noch gibt, will Jacober ihm treu bleiben. «Sicherlich in den nächsten zehn Jahren, vielleicht irgendwann nicht mehr auf der Langdistanz, aber es gibt ja mittlerweile noch viele andere Startmöglichkeiten.»

Form stimmt noch nicht
Jacober, die nebst 1999 (2.) auch noch 2006, 2007 und 2008 (je 3.) auf dem Zofinger Podest stand, fühlt sich zur Zeit noch nicht in Form. «Die Saison verlief bis jetzt nicht wirklich gut, unter anderem auch wegen grosser gesundheitlicher Probleme. Aber es bleiben ja zum Glück noch ein paar Wochen bis zum Powerman Zofingen.» Die Zürcherin hat sich dieses Jahr ein spezielles Ziel gesetzt. «Ich will den Powerman Zofingen so zu laufen, dass mir John Raadschelders, der Präsident der Internationalen Powerman-Vereinigung, den langen und harten Winter nicht mehr ansieht!» Und dann noch ernsthaft: Im letzten Jahr habe sie Anlauf genommen für einen weiteren Podestplatz. «Ob dieser Anlauf schon reicht oder ob es heuer eine weitere Zusatzschlaufe braucht, wird sich am 5. September zeigen.» Ob bei Sonnenschein oder Regen ist Maja Jacober dabei egal. Im Gegensatz zu vielen anderen Duathletinnen und Duathleten habe sie absolut keine Probleme mit Regenwetter. Dies ganz nach dem Motto: «Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.» Was ihr gar nicht zusage, seien heisse Temperaturen. Text: Raphael Galliker
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Fotos: Kirsten Stenzel/Raphael Galliker