«Ich fühle mich stärker als im letzten Jahr»

Camilla Lindholm, Schweden, kann es kaum erwarten, am 5. September 2010 in Zofingen an den Start zu gehen - Bei ihrem Debüt im letzten Jahr belegte Camilla Lindholm bei den Duathlon Weltmeisterschaften über die Langdistanz den 3. Rang. Dieses Jahr fühlt sich die Schwedin noch stärker und so versucht sie die ungarische Seriensiegerin Erika Csomor am 5. September 2010 erstmals zu schlagen. In der Powerman-Weltrangliste der Frauen führt Lindholm zur Zeit vor Csomor - Raphael Galliker


Camilla Lindholm wurde Dritte bei ihrer Premiere in Zofingen im letzten Jahr

Camilla Lindholm: Wie geht es Ihnen zur Zeit?
Camilla Lindholm: Zur Zeit geht es mir sehr gut. Ich erhole mich gerade von der Challenge Copenhagen, welche ich am vergangenen Wochenende bestritten habe.

Ist der Powerman Zofingen Ihr Lieblingsrennen?
Der Powerman Zofingen hat auf jeden Fall einen speziellen Platz in meinem Herzen. Im letzten Jahr ging ich in Zofingen erstmals an den Start. Ich hatte ja schon ein hartes und kräfteraubendes Rennen erwartet. Dass es dann aber gleich so knüppelhart werden würde, hätte ich nie gedacht. Da hatte es überall Berge und gerade bei den Lauf-Abstiegen hatte ich zu leiden. Ich hatte jedenfalls wunde Beine. Da ich vom total flachen Malmö komme, hatte ich im letzten Jahr im hügligen Zofingen sicherlich keine Vorteile. Kaum im Ziel kam jedoch in mir der Wunsch auf, wieder nach Zofingen zu kommen um das Tier bei einem neuerlichen Versuch zu bezwingen. Was mir in Zofingen besonders gefiel ist die wundervolle Natur, das sehr hilfsbereite und freundliche OK-Team. Zudem hatte ich die tolle Möglichkeit bei einer wundervollen Gastfamilie zu wohnen, die mich wie eine Königin behandelte. So kann ich getrost sagen, dass der Powerman Zofingen eines meiner Lieblingsrennen ist!
 

 
Camilla Lindholm ist überglücklich über den 3. Platz
im letzten Jahr beim Powerman Zofingen

Sie haben den Powerman Holland gewonnen und wurden Europameisterin. War das auch für Sie eine Überraschung?
Ich hatte einen sehr schlechten Saisonstart. Dies, weil das Wetter sehr kalt war und ich mich zwei Wochen lang mit einer schlimmen Erkältung herumschlagen musste. Aber als ich dann nach Mallorca ins Trainingslager ging, fühlte ich mich ziemlich schnell stärker als jemals zuvor. Bei meiner Rückkehr war ich überzeugt, dass ich auf dem richtigen Weg war. Das Rennen in Holland kam so heraus, wie ich es gewollt hatte. Ich hätte sogar noch schneller fahren und laufen können, wenn mich jemand dazu herausgefordert hätte.

Sind Sie zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf?
Ich hatte bisher meine Hochs und Tiefs. Dies auch in Form einer Erkältung und eines entzündeten Wadenmuskels. Ich glaube aber nach wie vor, dass meine Form gut ist. Die Saison habe ich mit einem Knalleffekt gestartet – Sieg in Holland. Danach war ich in Topform, wurde jedoch durch eine Rachenentzündung gerade ein paar tage vor dem Halb-Ironman in Deutschland zurückgeworfen. So musste ich in jenem Rennen mächtig leiden. Im Juli hatte ich eigentlich vor beim Ironman Zürich teilzunehmen, doch wegen erneuter gesundheitlicher Probleme musste ich dieses Unterfangen fallen lassen. Am vergangenen Wochenende wurde ich bei der Challenge Copenhagen über die Ironman Distanz Dritte. Damit war ich völlig zufrieden. Darüber hinaus nahm ich noch an einigen kleineren Lokalrennen in meiner Heimat Schweden teil. Ich bestreite sehr gerne Kurzdistanzrennen um meine Geschwindigkeit zu halten oder sogar noch auszubauen.

Sie führen die Powerman-Weltrangliste der Frauen zur Zeit an. Welche Bedeutung hat dies für sie?
Es ist immer sehr schön, wenn man sich in einer führenden Position befindet. Das gibt einem viel Selbstvertrauen und Motivation.

Möchten Sie in der Powerman Weltrangliste auch am Schluss ganz oben stehen?
Ja, das möchte ich. Doch ich denke nicht jeden Tag an dieses Ziel. Vielmehr konzentriere ich mich in jedem Rennen, was ich zu tun habe und nicht was das Resultat meines Tuns sein könnte.

Sie führen die Weltrangliste vor Erika Csomor an. Konnten Sie die Ungarin überhaupt schon in einem Rennen bezwingen?
Nein, das gelang mir noch nie. Ich kenne Erika Csomor als eine sehr starke und hingebungsvolle Athletin. Zudem hat sie in dieser Saison schon ihre sehr respektable Form unter Beweis gestellt. Aber ich werde alles Mögliche machen, um am Renntag parat zu sein und um meine beste Leistung abrufen zu können.

Welche Ziele verfolgen Sie dieses Jahr am Powerman Zofingen?
Ich nehme in Zofingen am 5. September meinen zweiten Anlauf. Ich weiss jetzt, was mich erwartet und dies ist bereits ein grosser Vorteil für mich. Zuallererst will ich ein gutes Rennen abliefern und mich dabei gut fühlen. Ich will aber auch mein letztjähriges Resultat verbessern. Ich fühle mich jedenfalls in beiden Disziplinen stärker als letztes Jahr. Kurzum, ich bin im Hinblick auf den Powerman Zofingen schon sehr aufgeregt. Ich habe nun nur noch drei Wochen Zeit, um mich von der Challenge Copenhagen zu erholen und mich auf den Powerman Zofingen vorzubereiten. Ich hoffe, dass diese Zeit dazu ausreicht.
 


Camilla Lindholm OK-Präsident
Powerman Zofingen beim Rennen 2009 in Zofingen

Interview: Raphael Galliker
Foto:         Kirsten Stenzel