«Geändert werden müssen heuer nur Details»

S. Ruf and A. Galanos

Interview mit Stefan Ruf, OK-Präsident des Powerman Zofingen

Am 1./2. September dieses Jahres geht der 24. Powerman Zofingen über die Bühne. Das rund 40-köpfige OK ist parat und erwartet insgesamt rund 1‘500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. OK-Präsident Stefan Ruf erläutert im Interview, welche Klippen es kurz vor dem Anlass noch zu nehmen gilt und welche Neuerungen anstehen.

Der 24. Powerman Zofingen steht kurz bevor. Stefan Ruf, sind Sie schon nervös?
Stefan Ruf: Die Spannung steigt von Tag zu Tag, aber dies ist mehr eine Vorfreude als Nervosität. Ich weiss, dass meine Kolleginnen und Kollegen im OK eine grosse Arbeit geleistet haben und wir gut vorbereitet sind.

Was sind die letzten, heiklen Aufgaben, die wenige Tage vor dem Grossevent noch zu erledigen sind?
Die Herausforderung ist, dass möglichst alles, was vorbereitet wurde auch so wie geplant umgesetzt werden kann. Im logistischen Bereich geht es darum, zu prüfen, ob alles Material eingetroffen ist. Bei den Athleten gibt es immer zahlreiche Ummeldungen in quasi letzter Sekunde. Eine anspruchsvolle Aufgabe ist sicherlich die TV-Produktion, die ja wiederum am Schweizer Sportfernsehen SSF live erfolgen wird.

Viele OK-Mitglieder sind vor dem Anlass in den Ferien. Ist das nicht etwas problematisch?
Das Positive daran ist, dass die Vorbereitungsarbeiten vor den Ferien abgeschlossen sein müssen. Dies erzeugt einen gewissen Termindruck. Es kann aber auch belastend sein, wenn man in den Ferien ist und weiss, dass noch das eine oder andere erledigt werden muss.

Ist die Ehrenamtlichkeit des ganzen OKs noch lange möglich, wenn man eine Weltmeisterschaft auf professioneller Ebene organisieren und austragen muss?
Die Grösse und Komplexität der Veranstaltung fordern sehr viel von einer ehrenamtlichen Organisation. Diese hat jedoch auch klare Vorteile, denn alle OK-Mitglieder wissen, dass sie die volle Verantwortung für ihren Bereich haben und es herrscht keine Zweiklassengesellschaft zwischen bezahlten und unbezahlten Mitgliedern. Wir müssen uns diese Frage aber immer wieder stellen und auch überlegen, ob es eventuell Zusammenarbeitsmöglichkeiten mit anderen Veranstaltungen gibt.

Wo könnte der Powerman Zofingen noch zusätzliche helfende Hände gebrauchen?
In unserem OK sind gegen 40 Personen tätig. Im Rahmen der natürlichen Fluktuation gibt es jedes Jahr drei bis vier Neubesetzungen unter den Ressortchefs. Zudem haben wir einige spannende Projekte, die wir aber erst starten, wenn sie auch durch Personal abgedeckt sind. Wer sich interessiert,soll sich jederzeit unverbindlich melden, am besten per Email an info@powerman.ch.

Welche markanten Änderungen und Neuerungen stehen beim Powerman Zofingen dieses Jahr an?
Nach der letztjährigen gemeinsamen WM mit der International Triathlon Union (ITU) streben wir für dieses Jahr eine Konsoldierung an und wollen primär an den vielen kleinen Details arbeiten. Dazu gehören kleine Optimierungen bei den Startzeiten am Sonntag, getrennte Start- und Ranglisten für die ITU Age Groupers, die Möglichkeit bei der Powerman CHARITY unter verschiedenen Radstreckenlängen auszuwählen. Ganz neu wir das Fantainment-System sein über welches Sportler und Zuschauer via WLAN-Zugriff aktuelle Informationen abrufen können.

Sie haben im Vorfeld der 24. Austragung 1‘500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Ziel genannt. Klappt dies?
Ich bin zuversichtlich, dass wir nahe an diese Zahl herankommen. Bei der Long und der Short Distancesowie bei den Staffeln am Sonntag zeichnet sich wie in den Vorjahren eine erneute Steigerung ab. Um auf die genannte Zahl zu kommen,braucht es aber vor allem gutes Wetter am Samstag und viele Teilnehmer an der CHARITY und bei den PowerKids. Der Zweck der Powerman CHARITY ist es, mit den einbezahlten Startgeldern eine wohltätige Institution zu unterstützen, dieses Jahr ist dies PLUSPORT Behindertensport Schweiz.
Die Teilnehmerzahlen steigen in den letzten Jahren beim Powerman Zofingen ständig.

Was unternimmt man, dass es wieder mehr als 10‘000 Zuschauer hat am Powerman Zofingen-Wochenende?
Die Erfahrung zeigt, dass die Zuschauer vor allem erstklassigen Sport sehen wollen. Mit einem guten Verpflegungsangebot, unseren langjährigen Speakern, der Videowall, den Cheerleaders, der Expo und der Verlosung von attraktiven Preisen für die Zuschauer hat die Powerman-Arena aber noch viel mehr zu bieten. Es lohnt sich vorbeizuschauen, der Eintritt ist übrigens kostenlos.

Die einzelnen Landesverbände melden ihre Spitzenathletinnen und -athleten erst wenige Wochen vor dem Zofinger Event. Bringt dies Probleme mit sich für den Powerman Zofingen?
Bei den Eliteathleten spielt das nicht so eine grosse Rolle, die Nominationen erfolgen ja auch bei anderen Sportarten erst kurz vor dem Rennen, zum Teil erst wenige Tage zuvor, so dass bei uns ein Monat zuvor eigentlich noch komfortabel ist. Bei den Altersklassen hingegen kann der Anmeldeprozess noch optimiert werden. Darüber sprechen wir zur Zeit mit der ITU.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit der ITU?
Ich darf ehrlicherweise feststellen, viel besser als erwartet. Unter der aktuellen Präsidentin Marisol Casado ist ein völlig neuer Wind eingekehrt. Ich würde die Zusammenarbeit als sehr partnerschaftlich mit gegenseitigem Respekt bezeichnen.

Welche Punkte mussten im Vergleich zur letztjährigen WM verbessert werden seitens des OK?
Die ITU arbeitet sehr professionell. Davon können wir viel lernen. Im Wettkampf selber sind es eher kleinere Dinge, wie die Ordnung in der Wechselzone oder die Dressvorschriften der Athleten. Wo wir Aufholbedarf haben, ist in der Infrastruktur, um das Rennen herum wie Athleten-Lounge, Operation Center, Media Center.

Welche Punkte könnte die ITU aus Sicht des Powerman Zofingen-OK ändern oder verbessern?
Die ITU ist die Zusammenarbeit mit einer gewissen Vorsicht angegangen. Nach dem ersten Jahr wurde gleich um zwei Jahre verlängert und jetzt haben bereits die ersten Gespräche zur Zeit nach 2013 begonnen. Ein zentrales Thema ist das Melde- und Selektionsprozedere für die Altersklassenathleten in der ITU-Kategorie. Diese müssen sich jederzeit direkt bei uns anmelden können.

In welchen Ländern spürt man, dass das Duathlon-Fieber wieder vermehrt grassiert?
Um den ganzen Globus herum! Afrika: Dieses Jahr kommen gegen 20 Teilnehmer aus Südafrika nach Zofingen. Ozeanien: Im Herbst startet eine neue Duathlon-Serie mit zwölf Rennen. Amerika: 2013 wird Duathlon erstmals an den World Games vertreten sein.
Im Schweizer Mittelland gibt es in den Paradesportarten Fussball und Eishockey zur Zeit keinen NLA-Klub. Auch beim Powerman Zofingen spürt man bei den Sponsoringbemühungen, dass man im Mittelland und nicht in einer Grossstadt ist. So fehlt nach wie vor ein Hauptsponsor.

Haben Sie auch schon daran gedacht mit dem Powerman von Zofingen weg in eine Grossstadt umzusiedeln?
Der PowermanDuathlon gehört zu Zofingen wie Tennis zu Wimbledon. Der Anlass wird personell und finanziell weiterhin stark aus der Region und vom Kanton Aargau getragen. Allerdings wird es zunehmend anspruchsvoller, sich zu behaupten. Austragungsorte der wichtigsten ITU-Rennen sind internationale Grossstädte wie New York, Madrid, Hamburg oder Tourismus-Orte wie Kitzbühel. Bewirbt sich eine solche Destination für die Duathlon-WM, dann wird es eng. Zofingen hat, was Infrastruktur, Hotelunterkünfte und Tourismus anbelangt, ein sehr beschränktes Angebot. Sucht ein Athlet aus einem anderen Land eine Unterkunft im Raum Zofingen oder eine Transportmöglichkeit vom Flugplatz her, kann ihm niemand weiterhelfen.Wir sind deshalb gut beraten, weitere Möglichkeiten zumindest durchzudenken.

Welches sind Ihre Wünsche im Hinblick auf das 25-Jahr-Jubiläum des Powerman Zofingen am 7./8. September 2013?
Ich wünsche mir, dass möglichste viele Personen, die zu dieser 25-jährigen Geschichte beigetragen haben, die Gelegenheit nutzen, am Jubiläumsanlass teilzunehmen. Jede Zukunft hat eine Herkunft. In diesem Sinne soll das Jubiläum aus der Erfahrung viel Energie und Motivation für die Zukunft generieren. Vorerst gilt nun aber die volle Konzentration der 24. Austragung vom 1./2. September dieses Jahres.

Interview: Raphael Galliker

Bildlegende: Stefan Ruf, OK-Präsident des Powerman Zofingen (links), äussert sich sehr positiv über die Zusammenarbeit mit der International Triathlon Union (ITU). Rechts: Andreas Galanos, Technischer Delegierter der ITU Powerman Long DistanceDuathlon World Championships.Foto: Raphael Galliker