Erika Csomor und Andy Sutz triumphierend

Die Gewinner des 22. Powerman Zofingen sind die gleichen wie vor zwei Jahren: Bei den Männern gewinnt der Schaffhauser Andy Sutz zum zweiten Mal und bei den Frauen die Ungarin Erika Csomor zum siebten Mal. Beide sind damit Weltmeister auf der Duathlon-Langdistanz der I.P.A (International Powerman Association). Tolle Bilanz auch der regionalen Cracks: Die in Welschenrohr geborene Aarwangnerin Jacqueline Uebelhart wird Zweite, der Zofinger Lukas Baumann Siebter. Der diesjährige Powerman Zofingen war ein Vollerfolg in jeglicher Beziehung. Vor den Augen von Bundesrat Ueli Maurer gingen an den beiden Tagen fast 1‘300 Athletinnen und Athleten an den Start, so viele wie seit 2000 nicht mehr - Alessandro Casablanca/Raphael Galliker

Die 22. Powerman Duathlon Weltmeisterschaften Zofingen waren in jeder Beziehung ein Erfolg. Sonniges Wetter, viele Zuschauer, so viele Teilnehmer wie letztmals anno 2000 und tolle Leistungen der Athletinnen und Athleten. Und dies obwohl die Veranstaltung der International Powerman Association (I.P.A.) in Zofingen durch die gleichentags stattfindende Kurzdistanz-Weltmeisterschaft der ITU (International Triathlon Union) konkurrenziert wurde. So startete der letztjährige Langdistanz-Weltmeister Joerie Vansteelant nicht in Zofingen, sondern in Edingburgh. Der Belgier hatte im letzten Jahr mit 6 Stunden 11 Minuten und 35 Sekunden einen neuen Streckenrekord aufgestellt und damit dem Zweiten, Andy Sutz (Schaffhausen), 16 Minuten abgenommen. Vansteelant hat den Organisatoren des Powerman Zofingen versprochen, bei ihrem Rennen in den nächsten fünf Jahren an den Start zu gehen. Am  4. September 2011 kommt es zu einem neuerlichen Showdown der beiden Cracks. Vansteelant hat den Organisatoren des Powerman Zofingen nämlich fest versprochen, dass er in den nächsten fünf Jahren in der Thutstadt an den Start gehen wird.

Rennen Männer

Genau auf dieses Duell freut sich Andy Sutz, der in Zofingen nun zum zweiten Mal gewann bereits jetzt schon. «Diese Perspektive motiviert mich zusätzlich», so der Schaffhauser, der von keinem einfachen Sieg sprach. «Der erste Sieg vor zwei Jahren war wunderschön, weil es der erste war. Der heutige Sieg macht mich glücklich, weil ich doch unter einem gewissen Erfolgsdruck stand.» Sutz war das Rennen nicht allzu schnell angegangen. Ganz im Gegensatz zum Franzosen Thibaut Humbert. Nach 17,5 Kilometern auf der letzten insgesamt 30 Kilometer langen Laufstrecke hatte ihn Sutz eingeholt und bis ins Ziel holte der Ostschweizer noch 54 Sekunden Vorsprung heraus. Platz 3 ging an seinen französischen Landsmann Anthony Le Duey, der wie schon im vergangenen Jahr den letzten Podestplatz ergatterte. Hervorragender Siebter wurde Lukas Baumann. «Das ist ganz einfach Weltklasse und mein bisheriger Karrierehöhepunkt.»

Dabei hatte der Zofinger auf dem Velo vor dem zweiten Aufstieg auf den Bodenberg noch Beinkrämpfe. «Nimm es locker», habe er zu sich selbst gesagt und dann sei es wieder gegangen.

Rennen Frauen

Overall-Sieger wurde Andy Sutz, der am Schluss aus einem Rückstand von 53 Minutenauf Frauensiegerin Erika Csomor  einen Vorsprung von neun Minuten machte. Damit durfte der Schaffhauser neben seiner Siegprämie von 9‘000 US-Dollar noch zusätzliche 2‘000 US-Dollar mit nach Hause nehmen. Die Gesamtpreisgeldsumme betrug phänomenale 50‘000 US-Dollar. Dass sie den Overall-Titel nicht holte, bedrückte Erika Csomor wenig. Die Ungarin gewann zum siebten Mal in Serie. «Die letzten drei Erfolge waren für mich die schönsten.» Am Anfang sah es noch nicht nach einem weiteren ungarischen Triumph aus, denn die Münsingerin Martina Krähenbühl legte vom Start weg los wie eine Rakete. Die Gewinnerin des Swiss Duathlon Cup-Rennens in Marbach und in Spiez stürzte nach fünf Laufkilometer und setzte das Rennen blutend fort. Zu Beginn der letzten 30 Laufkilometer gab die Bernerin auf dem Heitere oben dann mit schmerzverzerrtem Gesicht auf. Krähenbühl leidet seit Februar am Logen-Syndrom im rechten Bein. «Der Muskel im Bein hat dabei zu wenig Platz und drückt auf den Nerv. Dies führt dazu, dass das Bein beim Laufen zu schmerzen beginnt.» Die Münsingerin liess sich Ende Juni operieren und hatte in Zofingen nun schon wieder Pech. Vom Malheur der Bernerin profitierte Erika Csomor. «Ich ging davon aus, dass Martina Krähenbühl das Tempo nicht bis ins Ziel aufrecht erhalten kann», so die Ungarin. Gleicher Meinung war Jacqueline Uebelhart, die ihr eigenes Rennen lief, ihr Rennen des Lebens. «Platz 2 mit 12 Minuten Rückstand auf die Siegerin  – ein überwältigendes Resultat und mein schönster bisheriger Karriereerfolg.»

Die in Aarwangen wohnhafte Welschenrohrerin hatte sich auf den Powerman Zofingen speziell vorbereitet. «Nach dem 2. Platz beim Powerman Austria in Weyer genehmigte ich mir ein Holdrio und ein Bierchen.» Platz 3 ging an die Schwedin Camilla Lindholm mit über 4 Minuten Rückstand auf Uebelhart. Gute Vierte wurde die Zürcherin Maja Jacober, die den Powerman Zofingen zum 13. Mal finishte.

1‘300 Teilnehmer

Im Vorfeld der Veranstaltung gelang Martin Ryser eine Ziellandung. «Für die beiden Veranstaltungstage rechnen wir mit mehr als 1‘200 Teilnehmern aus aller Welt», hatte der Chef Athletenmarketing im OK verkündet. Am Ende waren es in den Kategorie PowerKids (243), PowerYouth (12), Charity (210), Short (423, davon 138 Staffelathleten) und Long Distance (405, inklusive 69 Staffelathleten) total 1‘293 Teilnehmer. Bereits im letzten Jahr konnte die Marke von 1‘000 Teilnehmer geknackt werden, so viele wie seit 2001 nicht mehr. «Diese Teilnehmerzahl ist fantastisch und honoriert unsere grossen Anstrengungen. Dies zeigt uns auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind», so OK-Präsident Stefan Ruf, der jetzt schon von der neuen Traummarke von 1‘500 Teilnehmern spricht. Besonders stolz war Ruf darüber, dass Bundesrat Ueli Maurer das Langdistanz-Rennen von A bis Z mitverfolgte. «Das hat die Athletinnen und Athleten sicherlich zusätzlich angespornt», so der OK-Präsident.

Der Sportminister zeigte sich von den Leistungen der Athletenschaft beeindruckt:  «Was die Duathletinnen und Duathleten auf dieser sehr harten Strecke leisten ist unheimlich – Hut ab.» Wenn es sein Terminplan zulässt, kommt Ueli Maurer im nächsten Jahr wieder. «Bei meinem nächsten Besuch beim Powerman Zofingen will ich mein Velo mitnehmen», versprach der sportliche Bundesrat.

CHARITY, ein Vollerfolg

Der Powerman-Samstag ist mit den PowerKids und der Powerman CHARITY  sehr erfolgreich über die Bühne gegangen. Gemeinsam mit über einem Dutzend Prominenten aus den Bereichen Sport, Politik und Wirtschaft gingen 210 Leute an den Start. «Als ich an den Start der Powerman CHARITY ging und sah, dass die ganze Strasse voller Velos war, bekam ich ein wahres Glückgefühl», freute sich OK-Präsident Stefan Ruf.   Alleine die Startgelder brachten dem Kinderhilfswerk Sternschnuppe einen Betrag von weit über 10`000 Franken ein. Die Promis waren rundum begeistert von der Aktion. «Dass so viele Leute mitmachten, finde ich den Hammer» , so der Zofinger TV-Redaktor und -Moderator Oliver Bono. Die meisten Promis wollen nächstes Jahr wieder mit von der Partie sein. Curling-Beauty Carmen Schäfer will ihr ganzes Team um Skip Mirjam Ott nach Zofingen schleppen. Und Ranko Jakovljevic, der Trainer des FC Aarau, will am 3. September 2011 die gesamte 1. Mannschaft zur Powerman CHARITY mitbringen. «Dies, wenn wir dann keine Meisterschaftsrunde haben werden.» 

Viele «PowerPfüderis»

Auch die Kinder und Jugendlichen waren fleissig bei der Sache. In den Kategorien  PowerKids und PowerYouth gingen 250 Teilnehmer an den Start. Als Premiere waren 50 davon «Pfüderis»                 (1 bis 6 Jahre). Der elfjährige Dominik war nach dem PowerKids-Lauf ausser sich: «Der ganze Anlass war wirklich lässig und dazu habe ich gleich bei meiner ersten Teilnahme  den 2. Platz erreicht.» Auch die siebenjährige Justine nutzte den Anlass um mit ihren Freundinnen einen coolen Samstag zu verbringen. Eine kleine Kritik gab es jedoch von ihrer Seite: «Ich würde eine längere Strecke cooler finden.»
Text: Alessandro Casablanca/Raphael Galliker

22. Powerman Duathlon Weltmeisterschaft Zofingen 2010 , Langdistanz
Männer ( 10 km Laufen, 150 km Rad, 30 km Lauf)

1. Andy Sutz (SUI) 6:19.03,0
2. Thibaut Humbert (FRA) 6:19.57,3
3. Anthony Le Duey (FRA) 6:27.56:2,6
4. Soren Bystrup (DEN) 6:32.20,0
5. Esben Kaczmarek (DEN) 6:39.24,1
6. Karl Prungraber (AUS) 6:41.31,7
7. Lukas Baumann (SUI) 6:45.33,9
8. Marc Widmer (SUI) 6:46.59,1
9. Sebastian Retzlaff (GER) 6:49.16,5
10. Kenneth Poulsen (DEN) 6:51.38,3

Frauen (10 km Laufen, 150 km Rad, 30 km Lauf)

1. Erika Csomor (HUN) 7:20.52,5
2. Jacqueline Uebelhart (SUI) 7:32.44,0
3. Camilla Lindholm (SWE) 7:37.08,0
4. Maja Jacober (SUI) 7:39.18,9
5. Victoria Beck (NZL) 7:47.58,8
6. Susanne Svendsen (DEN) 7:51.37,5
7. Bev Thomas (AUS) 8:00.00,9
8. Carolin Dür (AUT) 8:12.51,7
9. Angela Mueller (SUI) 8:19.31,9
10. Annamaria Halasz (HUN) 8:29.53,5

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Alessandro Casablanca (Chef Mediencenter Zofingen), Natel: 079 378 10 41.
Raphael Galliker (Medienchef Powerman Zofingen), Natel: 079 330 40 16.