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Um schnell in Hochform zu kommen bestritt Andy Sutz heuer erstmals in seiner Karriere ein längeres Winter-Trainingslager. «Ab dem 12. Januar konnte ich im nordthailändischen Chiang Mai sieben Wochen lang bei optimalen Verhältnissen sehr intensiv trainieren.» Der 29-jährige Schaffhauser fühlte sich danach vor allem auf dem Rad so stark wie noch nie. Eine starke Viruserkrankung setzte Sutz von anfangs Mai jedoch mehrere Wochen lang ausser Gefecht. Obwohl er beim Schweizer Triathlon- und Duathlon-Verbandsarzt Patrick Noack laufend sein Blut analysieren liess, gibt es nach wie vor keine Klarheit über die Art und Herkunft des Virus’. «Die Symptome deuteten auf das Pfeiffersche Drüsenfieber hin, doch dieses hatte ich schon ein paar Jahre zuvor», sagt Sutz. «Klar beschäftigt es mich, dass ich nicht genau weiss, was ich hatte. Wichtig ist aber, dass ich wieder schnell bei vollen Kräften bin.» Dies sei aber noch nicht der Fall. «Bis der Powerman Zofingen am 5. September ruft habe ich zum Glück noch etwas Zeit.»
Vor einem Jahr holte sich das Mitglied des Tristar Schaffhausen in Budapest völlig überraschend den EM-Titel über die klassische Duathlon Distanz. «Heuer in Nancy war mein Ziel ein Platz unter den ersten sechs gewesen, doch bereits nach der ersten misslungenen Laufstrecke konnte ich dies vergessen.» Sutz musste sich am 1. Mai folglich mit EM-Platz 15 begnügen. Der angesprochene Virus verhinderte am 16. Mai einen Start beim Intervall Duathlon in Zofingen. Immer noch nicht in Vollbesitz seiner Kräfte gewann er am 30. Mai in Falkenstein den Powerman Germany. Beim Powerman Memorial Benny Vansteelant im belgischen Torhout erreichte Sutz hinter dem Belgier Joerie Vansteelant und dem Franzosen Anthony Le Duey Rang 3.
Zur Erholung will Sutz in nächster Zeit vermehrt Bergluft schnuppern. Am 4. Juli tritt er im Rahmen der Jura-Top-Tour zum 12 Kilometer langen Grenchen-Berglauf (800 Meter Höhendifferenz) an. «Fühle ich mich da gut, nehme ich am 11. Juli an der Berglauf-SM in Montreux teil.» Die Strecke vom Nobelort am Genfersee hinauf auf den Rochers-de-Naye ist 18,8 Kilometer lang (Höhendifferenz: 1'600 Meter). Sutz ist eben auch ein Bergfloh, stand bei Berglauf-Schweizermeisterschaften schon dreimal auf dem Podest (zweimal Platz 2 und einmal Rang 3). Bevor am 1. August der Powerman Vlaanderen in Geel und am 22. August der Powerman im österreichischen Weyer rufen, schiebt Sutz drei intensive Trainingswochen ein. Zwei davon verbringt er im Höhentrainingslager im Engadin. Noch nicht vergessen ist dabei der Vorfall im Höhentrainingslager in St. Moritz vor einem Jahr. In der zweiten Juli-Hälfte rutschte der Schaffhauser auf dem 3'000 Meter über Meer gelegenen Fuorcla Surlej aus und prallte mit dem Knie auf einen scharfkantigen Stein. Im Tal unten musste ein Arzt die tiefe Wunde mit fünf Stichen nähen.
Die ganze Konzentration gilt eigentlich jetzt schon dem Saisonhöhepunkt am 5. September. «Beim Powerman Zofingen will ich aufs Podest und dort so weit wie möglich nach oben kommen», schildert Sutz sein erstes Ziel. Sein zweites ist, eine schnellere Zeit als 2008 (6:29:44) und 2009 (6:27:35) zu realisieren. «Mir ist dabei egal, welche anderen Cracks an den Start gehen werden, ich muss auf mich und meine Fähigkeiten schauen.» Sutz weiss dabei genau, wo er noch Boden gut machen kann. «Am meisten Potenzial habe ich noch auf dem Velo und dort gegen das Ende der Radstrecke.» Das Wetter spiele dabei keine grosse Rolle. «Bei schlechtem Wetter bin ich zwar meist besser als meine härtesten Konkurrenten, doch ich habe auch schon bei hohen Temperaturen Siege erringen können.» Eine zusätzliche Motivation in Zofingen stellt das Schweizer Sportfernsehen dar, das wiederum die zwei entscheidenden Schlussstunden des Langdistanz-Rennens live übertragen wird.
Im Job und im Privatleben setzt Sutz auf Bewährtes. Nach wie vor arbeitet der gelernte Bootsbauer in Thayngen/SH in einem Velogeschäft als Fahrradmechaniker. Dies im Rahmen eines 20- bis 30-Prozent-Jobs. «Ich schätze die Abwechslung zum Sportleben, da man auch `mal wieder auf andere Gedanken kommt.» Im Bezug auf den Powerman Zofingen bringt ihm die Beziehung zu seiner Freundin im solothurnischen Laupersdorf auch geografische Vorteile. «Am Morgen des Powerman Zofingen muss ich so nur gerade ein paar Kilometer anreisen.» Experimentierfreudiger ist Sutz in Bezug auf seinen fahrbaren Untersatz. «Dieser ist jedes Jahr neu.»

Möglich macht dies die Amsler & CO AG, der Schweizer Hauptimporteur der amerikanischen Velomarke Felt. Diese liegt nur wenige Kilometer von Sutz Wohnung entfernt. «Ich freue mich jedes Jahr riesig auf mein neues Velo», verrät Sutz. «Diesmal ist das Velo in weiss-grüner Farbe, der Lenker und der Steuersatz sind dabei anders im Vergleich zum 09er-Modell.» Sutz ist schon gespannt, ob er im nächsten Jahr zu seinem 30. Geburtstag einen goldenen Untersatz bekommt. Raphael Galliker
Mehr Infos auf: www.andysutz.ch