30 Jahre Powerman Zofingen

Ein Event mit einmaliger Ausstrahlung auf die ganze Welt

von Raphael Galliker, Medienchef Powerman Zofingen

Der Powerman Zofingen an sich ist bereits eine lebende Legende. Der berühmteste und härteste Duathlon der Welt wurde anno 1989 ins Leben gerufen und geniesst Kult-Status. Was der Ironman Hawaii für die Triathleten ist, ist der Powerman Zofingen für die Duathleten. Ziel einer jeden Duathletin und eines Duathleten ist es, einmal im Leben die 10 Lauf-, 150 Rad- und nochmals 30 Lauf-Kilometer in der Thutstadt zu bewältigen.

Ins Leben geruft wurde der Powerman Zofingen anno 1988 von Bruno Imfeld und Urs Linsi. Linsi, der junge aufstrebende Zürcher Bankdirektor wurde damals nach Zofingen in die Provinz abdelegiert, um die dortige SKA-Niederlassung auf Vordermann zu bringen. Am 15. Dezember 1988 leitete Linsi im Zofinger Restaurant Raben die erste Sitzung des Organisationskomitees «Zofinger Run&Bike». Am 4. Juni 1989 war es dann soweit: Am Sonntagmorgen fiel der erste Startschuss zum damals noch als Biathlon bezeichneten Rennen. Die 2,5 Lauf-, 120 Rad- und 30,5 Laufkilometer faszinierten gleich von Beginn weg die ganze Sportwelt. Als erste Sieger liessen sich die Bielerin Hermine Haas und der Deutsche Dr. Andreas Rudolph feiern, der danach in Zofingen auch als Hauptspeaker tätig war. Die dazumal noch in Winznau wohnhafte Natascha Badmann holte sich bei ihrem ersten Wettkampf überhaupt Platz 6! Die am 6. Dezember 1966 in Basel geborene Badmann war mit 17 Jahren Mutter geworden (Tochter Anastasia), arbeitete als Sekretärin und war übergewichtig. Der Wendepunkt in ihrem Leben kam 1989, als sie den ehemaligen Schweizer Triathlon-Nationaltrainer Toni Hasler traf. Der Oftringer wurde in der Folge ihr Lebenspartner und Trainer.

Zwei Rennen in einem Jahr

Anno 1990 kam Zofingen in den Genuss gleich zweier Kräftevergleiche. Im Frühjahr ging das «Zofinger Run&Bike» über die Bühne. Dies mit der auf 150 Kilometer verlängerten Radstrecke. Als Sieger wurden der Amerikaner Kenny Souza und die Österreicherin Silvia Nussbaum ausgerufen. Die EM über die Kurzdistanz (50 km/30 km/5 km) in Zofingen war im Herbst ganz in Schweizer Hand: Natascha Badmann und Olivier Bernhard konnten dabei triumphieren.

Die Queen of Kona

Im Jahre 1991 führte die Radstrecke erstmals über den berühmt-berüchtigten Bodenberg. Die Amerikaner gaben den Ton an: Bei den Männern siegte Scott Molina, bei den Frauen die Weltsportlerin des Jahres, Paula Newby-Fraser. Die 49-jährige Amerikanerin stammt ursprünglich aus Simbabwe und gewann den Ironman Hawaii achtmal, was bisher niemand anders schaffte. Die Queen of Kona entschied bisher (Stand April 2010) 24 Ironman-Rennen zu ihren Gunsten und hielt 14 Jahre lang die Weltbestzeit über die Ironman-Distanz (8:50:53, aufgestellt 1994 beim Ironman Europe in Roth). Erst am 13. Juli 2008 verlor Newby-Fraser diese Bestmarke an die in Österreich lebende Holländerin Yvonne van Vlerken (8:45:48) in Roth und an die Deutsche Sandra Wallenhorst (8:47:25) beim Ironman Austria in Klagenfurt. Beim Ironman Hawaii hält Newby-Fraser seit 1992 die beste Gesamtzeit (8:55:28) und seit 1993 über lange Zeit die schnellste Radzeit (4:48:30) auf der Vulkaninsel.

PowerWoman, PowerMan

1992 gab es in Zofingen eine Namensänderung: Bei den Frauen hiess der Event nun PowerWoman, bei den Männern PowerMan. Erstmals war mit Mark Allen der berühmteste Triathlet aller Zeiten am Start. Der Amerikaner wurde aber nur Vierter. Auf dem Podest standen der Deutsche Jürgen Zäck (1.), der Amerikaner Kenny Souza (2.) und die Schweizer Radquer-Legende Albert Zweifel (3.). Bei den Frauen siegte die Neuseeländerin Erin Baker. 1993 übertraf das Zofinger Preisgeld mit total 200'000 US-Dollar jenes des Ironman Hawaii. Grund genug für Allen diesmal richtig Gas zu geben, zu gewinnen und um 40'000 Dollar reicher nach Hause zu fliegen. Fortan liess sich der Amerikaner auf Zofingen angesprochen stets entlocken: «Der Powerman Zofingen ist das beste Rennen auf der ganzen Welt!»

King Oli schlug zu

1994 starteten die Frauen erstmals vor den Männern. Dies mit einem mathematisch genau berechneten Vorsprung. Es gab also fortan eine Overall-Siegerin oder eben einen -Sieger. Zwischenzeitlich wurde diese Handicapregel aber wieder gestrichen und anno 2004 dann definitiv ins Programm aufgenommen. 1994 ging der Stern des Olivier Bernhard endgültig auf. Der Ostschweizer startete als 26-Jähriger erstmals und gewann den Powerman Zofingen auch gleich auf Anhieb. Danach sollte er in der Thutstadt noch sieben weitere Male zuoberst aufs Podest klettern. Heute amtiert Bernhard beim Zofinger Powerman als Gratulant im Zielraum und übergibt den besten Athletinnen und Athleten die Medaillen. Bei den Frauen war 1994 Erin Baker erneut die schnellste. Die Neuseeländerin verlor auf Bernhard aber über 47 Minuten.

Die Schweizer Erfolgsserie

Am 14. Mai 1995 musste Olivier Bernhard nach einem Plattfuss im Schnee aufgeben. Die Lorbeeren erntete mit Urs Dellsperger dafür ein anderer Schweizer, der danach für die Firma Biketec AG in Huttwil arbeitete. Bis und mit 2004 sollte es bei den Männern in der Folge dank Bernhard, Dellsperger und Stefan Riesen stets eidgenössische Triumphe geben! 1996 und 1997 stiegen sogar ausschliesslich Schweizer aufs Podest. Dies schafften übrigens auch die Schweizerinnen zweimal, nämlich 1989 und 2000. Dank den zusätzlichen Siegen von Natascha Badmann in den Jahren 1996, 1997 und 2000 wurde die Schweiz zur dominierenden Duathlon-Nation auf der Welt. In den Jahren 2001 und 2002 trat die Luzernerin Karin Thürig in die Fussstapfen von Badmann, die auf Hawaii sechs Ironman-Erfolge (1998, 2000, 2001, 2002, 2004 und 2005) einheimste und seit 2017 Botschafterin des Powerman Zofingen ist.

Viele Führungswechsel

1997 gingen die Gründer Urs Linsi und Bruno Imfeld eine Kooperation mit der ITU (International Triathlon Union) ein, die drei Jahre lang hielt und dem Anlass in Zofingen die bisher höchsten Teilnehmerzahlen bescherte. 1998 übergab das Gründer-Duo die Geschicke des OK in die Hände von Rainer Huber, der später Aargauer Regierungsrat wurde. Nach einem Jahr Unterbruch übernahm das Duo Linsi/Imfeld 1999 das Ruder erneut um es nach dem Anlass überraschend wieder abzugeben. Diesmal an den Einheimischen Hans-Peter Fretz, dem bisherigen Finanzchef. Dass 1999 vom finanziellen Aspekt her das beste Jahr der Powerman-Geschichte war, ging dabei fast unter. Linsi sorgte 2010 wieder für Sport-Schlagzeilen, indem er den defizitären Grasshoppers Club Zürich sowohl neben als auch auf dem Fussballplatz wieder flott machte.

Olympia als Dämpfer

Im Jahre 2000 wurde die Sportart Triathlon erstmals olympisch. Dies wurde für den Powerman Zofingen zuerst nicht als negativ angeschaut, doch immer mehr Ausdauersportlerinnen und -sportler konzentrierten sich in der Folge auf den lukrativeren Triathlonsport. Ein kontinuierlicher Teilnehmerschwund war die Folge davon. Im Jahre 2002 wurde der Zofinger Event vom Mai in den September verlegt. Zudem wurde der erste Lauf von 5 auf 10 Kilometer verlängert und der zweite Lauf führte fortan zweimal zum neuen Wendepunkt auf dem Heitere-Platz. Olivier Bernhard (6:25:37) und Karin Thürig (7:04:08) stellten dabei Schweizer Erfolge sicher.

Karin Thürig, das Multitalent

Die am 4. Juli 1972 in Rothenburg geborene Karin Thürig war früher beim BTV Luzern NLB-Volleyballerin, liess sich zur Aerobic- und Fitnessinstruktorin ausbilden und wurde erst im Alter von 25 Jahren Duathletin. Da der Duathlonsport nicht olympisch wurde, sattelte sie danach aufs Rad um. 2002 wurde sie im Strassen-Zeitfahren WM-Dritte. 2004 holte sich in Athen im Strassen-Einzelzeitfahren Olympia-Bronze. 2008 in Peking wiederholte sie diesen Coup. Dazwischen wurde die Luzernerin 2004 in Verona und 2005 in Madrid Weltmeisterin im Zeitfahren. 2004 gab es zudem bei der Bahnrad-WM in Los Angeles in der Disziplin 3'000 Meter Einzelverfolgung Bronze. Nach zwei Jahren Konzentration auf den Radsport gab Thürig im September 2009 ihren Rücktritt im Radsport bekannt und gab im Triathlon ein Comeback.

Der Ruf nach Stefan Ruf

Im Jahre 2003 konnte Stefan Ruf den Powerman vor einem zwischenzeitlichen Aus gerade noch retten. Der einheimische Bankexperte, zuvor zehn Jahre lang Präsident des Tri Club Zofingen, vermochte die personellen Engpässe zu beheben und hauchte dem Powerman Zofingen mit einem Kraftakt neues Leben ein. In nur gerade drei Monaten wurde ein neuer Vorstand auf die Beine gestellt und die notwendigen Finanzen beschaffen. Die Athletinnen und Athleten bedankten sich bei Ruf in der Folge mit einem ultraspannenden Rennen. Der mehrfache belgische Duathlon-Weltmeister Benny Vansteelant verlor im Endkampf gegen den Schweizer Stefan Riesen seine fünfjährige Ungeschlagenheit. Bei den Frauen besiegte die Neuseeländerin Fiona Docherty die Ungarin Erika Csomor. Diese Niederlage hatte für Csomor auch etwas Positives. Es sollte bis und mit 2010 in Zofingen die letzte sein. Die Ungarin gewann nämlich gleich siebenmal in Serie! Im Jahre 2008 ging die 1. Powerman CHARITY über die Bühne. Fortan engagierten sich viele Prominente, zusammen mit Hobbysportlern, auf der 5 Kilometer langen Laufstrecke - und zu Beginn auch noch auf einer Veloroute - für einen guten Zweck.

Das Gladiatoren-Duell

Im Jahre 2004 gelang es OK-Präsident Stefan Ruf, ein Gladiatoren-Duell zu präsentieren. Der bis zu diesem Zeitpunkt siebenfache Zofingen-Sieger Olivier Bernhard trat gegen den siebenfachen ITU-Weltmeister Benny Vansteelant an. Der Belgier, der am Tag vor der Abfahrt nach Zofingen beim Radtraining mit einem Hund kollidiert war, musste nach zwei von drei Radrunden jedoch aufgeben. Bernhard liess sich am Schluss in der Thutstadt zum achten Mal als Sieger feiern und hat seither den Übernamen «King of Zofingen».

Der tragische Held

Das Jahr 2005 stand ganz im Zeichen der belgischen Invasion. Mehrere Dutzend Belgier folgten ihrem Idol Benny Vansteelant nach Zofingen und eiferten im Rennen dem Duathlon-König nach. Belgien stellte nach der Schweiz und Deutschland das drittgrösste Kontingent und bei den Männern mit Benny Vansteelant den souveränen Sieger. Ein Jahr danach wiederholte der Belgier seinen Triumph. Dies allerdings auf einer um 8 Kilometer verlängerten Radstrecke. Weil der Bodenberg nicht befahren werden konnte, führte die Radstrecke durchs Ruedertal und war damit noch härter.

Im Jahre 2007 lieferten sich die Belgier Koen Maris und Benny Vansteelant an der Spitze ein packendes Duell. Letzterer musste jedoch wegen Magenproblemen 10 Laufkilometer vor dem Ziel aufgeben. Maris siegte danach mit neuem Streckenrekord (6:21:00). Zwei Wochen später verlor die Duathlon-Welt ihr Aushängeschild. Am 8. September 2007 wurde Benny Vansteelant beim Radtraining im belgischen Hooglede von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Sechs Tage später starb der neunfache Weltmeister und fünffache Europameister im Krankenhaus von Roeselare an den Folgen des Unfalls.

Auf zu neuen Ufern

Der 20. Powerman-Jubiläumsanlass brachte eine Renaissance und viele Neuheiten mit sich. Der Name «Run&Bike» erschien wieder. Das OK wollte fortan auch auf den Breitensport setzen und den Samstag den Themen Gesundheit, Nachwuchs und Wohltätigkeit widmen, während der Sonntag zum grossen Powerman-Renntag wurde. Zudem gründete der Deutsche Udo Siebert den Jubilee Club, in dem alle Athletinnen und Athleten aufgenommen werden, die den Powerman Zofingen (Langdistanz) zehnmal beendet haben. Dabei winken viele Annehmlichkeiten. Bereits 33 Männer und drei Frauen (die Zürcherin Maja Jacober, die Ungarin Erica Csomor und die Französin Cathy Buffet) gehören aktuell (Stand Ende 2017) dem Jubilee Club an. Zuoberst auf der Hitliste steht der Aargauer Willi Erismann, der den Powerman Zofingen schon 20 Mal gefinisht hat!

Zurück zum Powerman-Rennjahr 2008: Bei den Männern gewann erstmals der Schaffhauser Andy Sutz mit einem Vorsprung von über 5 Minuten auf die beiden Franzosen Pascal Schuler und Dominique Duchene. Die Siegerzeit betrug 6 Stunden 29 Minuten 44 Sekunden und lag damit 8 Minuten und 44 Sekunden über dem Streckenrekord des Belgiers Koen Maris aus dem Jahre 2007. Bei den Frauen lautete das Siegespodest 2007 und 2008 genau gleich: Csomor vor der Schwedin Eva Nyström und vor der Schweizerin Maja Jacober.

Powerman Zofingen ist top

Dass das Duathlonrennen in Zofingen sehr populär ist, bewies alleine schon die Tatsache, dass 2009 mehr als 350 Cracks aus 25 verschiedenen Ländern stammend über die Langdistanz an den Start gingen. Die gesamte Teilnehmerzahl am 21. Powerman Zofingen überstieg sogar die 1’000er Marke. Das entsprach der höchsten Teilnehmerzahl in den letzten acht Jahren. Das englische «220 Magazine» listete den Powerman Zofingen unter den besten fünf Triathlon-Veranstaltungen der Welt auf. So gesehen festigte der Powerman Zofingen seine Vormachtstellung als bekanntester Duathlon auf unserem Erdball.

Die belgische Rakete

Joerie Vansteelant war schnell wie eine Rakete. Er war dabei 9 Minuten und 25 Sekunden schneller im Ziel als jeder Athlet in den Austragungen zuvor. Für die 10 Kilometer Rennen, 150 Kilometer Velofahren und für die nochmaligen 30 Lauf-Kilometer benötigte er 6 Stunden 11 Minuten und 35 Sekunden. Vielleicht war der Belgier ja auch so motiviert, weil das Schweizer Sportfernsehen erstmals live über diese erstklassige Veranstaltung berichtete. Vansteelants härtester Widersacher, der 28-jährige Schaffhauser Andy Sutz, büsste am Ende genau 16 Minuten auf den Überflieger Vansteelant ein. Dieser Vorsprung ist dabei der grösste den ein Sieger je an einem Powerman in Zofingen auf einen Zweitplatzierten herauszuholen vermochte. Es war überdies das erste Mal in Zofingen, dass ein Favorit bei seinem ersten Auftritt auch gleich gewinnen konnte. «Joeri Vansteelant war eine Klasse für sich. Seine Leistung ist unfassbar», sagte Sutz im Ziel. Der Schaffhauser hatte im Jahr zuvor, wie Vansteelant heuer, den Powerman Zofingen als Rookie gewonnen.

Csomor, Königin Zofingens

Erika Csomor lief wie ein Uhrwerk. Die Königin von Zofingen hatte vor ihrem Auftritt in der Thutstadt seit Juli 2009 bereits drei andere Langdistanzrennen bestritten. Mitte Juli war sie beim Ironman Roth in Deutschland an den Start gegangen, hatte am Triathlon Alpe d'Huez (2,2 Kilometer Schwimmen; 115 Kilometer Velofahren mit 3’000 Meter Höhendifferenz und zum Dessert 22 Kilometer Laufen) in den französischen Alpen teilgenommen und glänzte überdies als Finisherin beim Embrunman, einem Ironman mit 4’000 Meter Höhendifferenz auf der Velostrecke. Erstaunlich war, dass die Ungarin bei all diesen Rennen als souveräne Siegerin gefeiert werden konnte. In Zofingen siegte die 35-jährige Budapesterin anno 2009 zum sechsten Mal in Serie, diesmal mit über sechs Minuten Vorsprung auf die Britin Jessica Petersson. «Ich komme im nächsten Jahr wieder», versprach Csomor, die nach ihrem tollen Auftritt in Zofingen ins Trainingslager nach Südkorea einrückte.

Bundesrätliches Lob 2010

Beim 22. Powerman Zofingen war OK-Präsident Stefan Ruf besonders stolz darauf, dass Bundesrat Ueli Maurer das Langdistanz-Rennen von A bis Z mitverfolgte. «Das hat die Athletinnen und Athleten sicherlich zusätzlich angespornt.». Auch der Sportminister zeigte sich beeindruckt: «Was die Duathletinnen und Duathleten auf dieser sehr harten Strecke leisten ist unheimlich – Hut ab.». In Abwesenheit des amtierenden Weltmeisters Joerie Vansteelant (der Belgier startete an den gleichentags stattfindende ITU-Kurzdistanz-Weltmeisterschaften in Edingburgh) siegte der Schaffhauser Andy Sutz in Zofingen zum zweiten Mal. «Der erste Sieg vor zwei Jahren war wunderschön, weil es der erste war. Der heutige Sieg macht mich glücklich, weil ich doch unter einem gewissen Erfolgsdruck stand.» Mit 54 Sekunden Rückstand wurde der Franzosen Thibaut Humbert Zweiter. Platz 3 ging an seinen französischen Landsmann Anthony Le Duey, der wie schon im vergangenen Jahr den letzten Podestplatz ergatterte.

Bei den Frauen siegte die Ungarin Erika Csomor zum siebten Mal in Serie: «Die letzten drei Erfolge waren für mich die schönsten.» Das Rennen ihres Lebens lief Jacqueline Uebelhart: «Platz 2 mit 12 Minuten Rückstand auf die Siegerin  – ein überwältigendes Resultat und mein schönster bisheriger Karriereerfolg», so die in Aarwangen wohnhafte Welschenrohrerin. Platz 3 ging an die Schwedin Camilla Lindholm mit über 4 Minuten Rückstand auf Uebelhart. Gute Vierte wurde die Zürcherin Maja Jacober, die den Powerman Zofingen zum 13. Mal finishte.

WM wieder in Zofingen

Nach einem neunjährigen Unterbruch überhaupt und nach zwölf Jahren wieder in Zofingen trugen die International Triathlon Union (ITU) und die International Powerman Association (IPA) erstmals wieder eine gemeinsame WM aus. An den 2011 Powerman Long Distance Duathlon World Championships verbesserte der 29-jährige Belgier Joerie Vansteelant seinen eigenen, im Jahre 2009 aufgestellten Streckenrekord, mit der Fabelzeit von 6:07.15,3 nochmals um 4 Minuten und 20 Sekunden. «Ich war in einem Langdistanzrennen noch nie zuvor so schnell wie hier in Zofingen, lieferte also das Rennen meines Lebens.»

Aus Schweizer Sicht setzte Andy Sutz mit seinem dritten Platz das Highlight. Platz 2 ging an den Franzosen Thibaut Humbert. Bei den Frauen war Melanie Burke aus Neuseeland in 7:11.43,6 gut drei Minuten schneller als die Schwedin Eva Nyström und total elf Minuten schneller als Erika Csomor, die erstmals nach sieben Jahren in Zofingen wieder bezwungen wurde. Wie bei den Männern sorgte auch Burke bei den Frauen für die Vorentscheidung zu Beginn der Radstrecke. «Ich hatte aber Angst, dass ich am Schluss noch eingeholt werden könnte und war mir des Sieges erst zwei Kilometer vor dem Ziel sicher.» Der 23. Powerman Zofingen brachte bei der Beteiligung erneut einen Aufwärtstrend. An den beiden Tagen wurden 1‘300 Athletinnen und Athleten gezählt, so viele wie seit 2000 nicht mehr.

Belgischer Doppelsieg 2012

Aus den 2012 Zofingen ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships machten Joerie Vansteelant und Rob Woestenborghs eine belgische Meisterschaft. Erst beim letzten Wechsel von der Rad- auf die Laufstrecke konnte sich der Titelverteidiger absetzen. «Ich merkte, dass Rob Woestenborghs langsam die Energie ausging und ich forcierte gleich zu Beginn der letzten Laufstrecke das Tempo», so Vansteelant, dem im Ziel nur 43 Sekunden fehlten, um den eigenen, im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord zu knacken. Platz 3 ergatterte sich der Däne Søren Bystrup. Bei den Frauen übernahm die Schwedin Eva Nyström in der Mitte der 150 Kilometer langen Radstrecke die Führung von der Engländerin Lucy Gossage und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. «Dieser WM-Titel kommt selbst für mich überraschend, weil ich zu Beginn des Rennens noch weit vom Podest entfernt lag», so die überglückliche 35-jährige Schwedin, die in 7:05.48 den Streckenrekord der Schweizerin Karin Thürig aus dem Jahre 2002 nur gerade um 100 Sekunden verfehlte. Nyström hatte bisher viermal in Zofingen teilgenommen und war dabei zweimal auf Platz 2 gelandet. Platz 3 ging an die in der Schweiz geborene Holländerin May Kerstens.

Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen war es von den Podiumszeiten her gesehen das schnellste Rennen in Zofingen überhaupt. Erstmals seit 2005 standen in Zofingen aber keine Schweizer Athleten auf dem Podest. Die Verantwortlichen der International Triathlon Union (ITU) waren mit dem Powerman Zofingen 2012 sehr zufrieden. «Der Anlass war perfekt, dies nicht zuletzt dank den im Vergleich zum Vorjahr vorgenommenen Änderungen und dank dem optimalen Teamwork zwischen der ITU und dem Powerman Zofingen OK», sagte Brian Hinton vom ITU MultiSport Komitee und in Zofingen ITU-Verantwortlicher.

25-Jahr-Jubiläum

Am Jubiläumswochenende betrug die Teilnehmerzahl (PowerKids, CHARITY, Short- und Langdistanz, inklusive Staffeln) insgesamt 1‘480. Seit 2006 nahm die Teilnehmerzahl beim Powerman Zofingen von 700 kontinuierlich bis auf 1‘300 (2011 und 2012) zu. Die Verantwortlichen der International Triathlon Union (ITU) kamen ob des 25. Powerman Zofingen gar ins Schwärmen. «Der Event war heuer noch besser als in früheren Jahren, als er bereits schon ein Top-Level hatte», so Brian Hinton vom ITU MultiSport Komitee. In verletzungsbedingter Abwesenheit des belgischen Titelverteidigers Joerie Vansteelant schien die Sonne am Powerman WM-Sonntag für seinen Landsmann Rob Woestenborghs. Platz 2 erkämpfte sich der Berner André Moser. «Das war das Rennen meines Lebens, ich bin absolut happy.» Platz 3 ging an den Deutschen Michael Wetzel. Titelverteidigerin Eva Nyström fuhr ihren Konkurrentinnen schon nach 20 Radkilometern auf und davon. «Ich war mir des erneuten Sieges erst etwa 5 Kilometer vor dem Ziel sicher, als ich bestätigt bekam, dass mein Vorsprung mehr als 10 Minuten betrug.» Gut 11 Minuten hinter der 35-jährigen Schwedin kam die Deutsche Julia Viellehner ins Ziel. Platz 3 ging an die Amerikanerin Ruth Brennan Morrey.

Aera Emma Pooley

Emma Pooley, die seit 2005 in Hausen am Albis im Kanton Zürich wohnhaft ist, drückte den 2014 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships ihren Stempel auf. Die 31-jährige Britin entschied den 26. Powerman Zofingen bei ihrer Premiere in einer fantastischen neuen Streckenrekordzeit von 6:47.27 und war damit mehr als 16 Minuten schneller als die bisherige Rekordträgerin Karin Thürig im Jahre 2002. «Ich wusste, wie hart und kräftezerrend das Rennen ist, vor allem wegen den Hügeln, die ich ja eigentlich liebe», so Pooley, die im Jahr zuvor am Powerman Zofingen noch als Zuschauerin ihre Landsfrauen angefeuert hatte. An den Olympischen Spielen 2008 in Peking holte sie im Einzelzeitfahren hinter der Amerikanerin Kristin Armstrong Silber, 2010 gewann Pooley im australischen Geelong als erste Britin im Einzelzeitfahren den Weltmeistertitel. Platz 2 ging in Zofingen an die Schwedin Eva Nyström mit einem Rückstand von bereits über 32 Minuten. Dritte wurde bei ihrem ersten Auftritt in Zofingen die Unterwalliserin Laura Hrebec, 90 Sekunden hinter Nyström. Der Franzose Gaël Le Bellec gewann auch bei den Männern seine Premiere in Zofingen. «Es ist für mich eine grosse Ehre, grosse Duathlon-Legenden geschlagen zu haben.» Le Bellec meinte damit vor allem Woestenborghs, der 14. wurde und Vansteelant (nur 85.). 4 Minuten dahinter sorgte Yannick Cadalen für einen französischen Doppelsieg. Platz 3 ging erneut an den Dänen Søren Bystrup.

Erneut Pooley/Le Bellec.

Bei den 2015 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships konnten Emma Pooley und Gaël Le Bellec ihre Titel verteidigen. Die Britin gewann vor der Deutschen Julia Viellehner, die am Renntag ihren 30. Geburtstag feiern konnte. Mit Platz 3 schaffte es die Dänin Susanne Svendsen erstmals aufs Podest. Bei den Männern stieg der Belgier Seppe Odeyn mit Platz 2 erstmals aufs Podest, Dritter wurde „standesgemäss“ der Däne Søren Bystrup. Die sechsfache Ironman Hawaii-Gewinnerin Natascha Badmann war zusammen mit ihrem Trainer und Lebenspartner Toni Hasler Ehrenstarterin bei der Powerman CHARITY. «Da kamen mir wieder sehr viele Erinnerungen hoch an meine Powerman Zofingen-Siege in den Jahren 1996, 1997 und 2000.»

38 vertretene Nationen

Bei den 2016 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships schaffte Emma Pooley ein Novum: Die Britin gewann den WM-Titel zum dritten Mal in Serie. «Ich gönne mir bald Wanderferien in den Pyrenäen, zuvor heute Abend ein Glas Rotwein und Schweizer Käse», gab Pooley preis, wie sie sich selbst für den Erfolg belohnen würde. Die Bündnerin Nina Brenn (Platz 2) und die Dänin Susanne Svendsen (Platz 3), bei ihrem Abschiedsrennen, vervollständigten das Podest. Bei den Männern hätte auch Gaël Le Bellec einen neuen Rekord (drei WM-Titel in Serie) aufstellen können. Der Franzose musste aber wegen einer Achillessehnen-Entzündung wenige Tage vor dem 28. Powerman Zofingen forfait geben. Nach der Aera Vansteelant/Woestenborgh schaffte es mit Seppe Odeyn wieder ein Belgier zuoberst aufs Podest. «Für mich war es ein perfektes Rennen, ein herrlicher Tag.» Platz 2 eroberte sich der Deutsche Felix Köhler. Platz 3 ging einmal mehr an den Dänen Søren Bystrup. Die Organisatoren ernteten Lob von höchster Stelle. «Das waren die besten Weltmeisterschaften aller Zeit», schwärmte John Raadschelders, der Präsident der IPA (International Powerman Association). Sehr zufrieden zeigte sich auch OK-Präsident Stefan Ruf. «Mit Teilnehmern aus 38 Nationen gab es einen neuen Rekord.»

Russischer Sieg

An den 2017 ITU Powerman Long Distance Duathlon World Championships stieg Emma Pooley wiederum zuoberst aufs Podest, was einem absolut neuen Rekord gleichkam. «Ich bin mega stolz, dass ich den vierten WM-Sieg in Serie geschafft habe und mich trotz des spürbaren Erfolgsdrucks auf das Rennen konzentrieren konnte», so die Britin, die die Entscheidung zu Beginn der zweiten Radrunde herbeiführte und mit einem grossen Vorsprung von 27 Minuten auf die Holländerin Miriam Van Reijen gewann, knapp gefolgt von der Deutschen Katrin Esefeld. Beste Schweizerin wurde auf Rang 4 Nina Zoller (Chur). Der Russe Maxim Kuzmin, im Vorjahr noch Fünfter, landete für viele einen Überraschungssieg, nicht aber für den OK-Präsident Stefan Ruf. «Dieser erstmalige russische Erfolg, umgesetzt auf einer etwas modifizierten Schlusslaufstrecke, zeigt die Breite, die wir hier beim Powerman Zofingen haben.» Kuzmin siegte rund eineinhalb Minuten vor dem belgischen Vorjahressieger Seppe Odeyn. Platz 3 ging an den Dänen Søren Bystrup, an wen sonst!